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Datum:   18.03.2000
Ressort:   Sport
Autor:   -

Die Audienz beim Papst lockt

Sven Hannawald geht als Favorit ins Weltcup-Finale

PLANICA, 17. März. Sven Hannawald gilt als Favorit für das Weltcup-Finale der Skiflieger in Planica. Der Weltmeister segelte beim Training am Freitag vor 15 000 Zuschauern auf 210 sowie 205,5 Meter. Allerdings gestalteten sich die 200-m-Weiten fast schon zur Dutzendware auf der größten Skiflugschanze der Welt. Insgesamt 15 Mal wurde die einst magische Grenze in den beiden Trainingsdurchgängen sowie in der Qualifikation übertroffen.

Hannawald empfahl sich damit nachdrücklich vor dem ersten Team-Skifliegen der Geschichte am Sonnabend und dem Einzel-Wettbewerb am Sonntag auf die mit dem Gewinn des Skiflug-Gesamtweltcups verbundene Audienz bei Papst Johannes Paul II. im Vatikan. "Natürlich will ich zum Papst, das wäre eine absolut bleibende Erinnerung", meinte Hannawald. "Wenn ich irgendwann mein Leben Revue passieren lasse, wäre das etwas, was nur wenige erlebt haben. Wichtig ist, dass ich so geile Flüge wie heute hinlege. Und natürlich will ich den Weltrekord, auch wenn durch den Hörl ein bisschen die Luft raus ist."

Widhölzl auf 214 Meter

Weiter als Hannawald sprangen einen Tag nach dem Weltrekordsatz des Österreichers Thomas Hörl (224,5 Meter) nur dessen Landsmann Andreas Widhölzl (214 m) und der Slowene Primoz Peterka (212 m). Nach Peterkas vom extremen Aufwind begünstigten Flug wurde der Qualifikations-Durchgang für das Einzel-Springen nach 24 Springern wegen unkalkulierbaren Windbedingungen abgebrochen und auf Sonntag verlegt. Sollten am Sonnabend ähnliche Winde wehen, wollen Hannawald und Schmitt auf die Premiere des Team-Fliegens verzichten. "Nerven sparen, weil es bei mir am Sonntag um viel geht", lautete Hannawalds Begründung. "Kein unnötiges gesundheitliches Risiko eingehen, weil ich in diesem Winter alles erreicht habe", meinte Schmitt.

Trotzdem ist der als Skisprung-Gesamtweltcupsieger (und Papst-Besucher) bereits feststehende Schmitt noch hungrig. Mit Flügen auf 203,5 und 202,5 m war er neben Hannawald der Einzige mit zwei Sätzen über die 200-m-Marke. "Ich habe mich langsam an die Schanze herangetastet, die Sprünge waren ganz gut, aber noch nicht optimal", meinte Schmitt. "Der Weltrekord interessiert mich nicht so wahnsinnig, weil ich ihn mit meinen 214,5 Metern ja schon hatte."

Im internen deutschen Vergleich wurde Schmitt übrigens vom Oberwiesenthaler Dirk Else geschlagen, der in der abgebrochenen Qualifikation auf 205 m flog. Bundestrainer Reinhard Heß kommentierte das mit einem trockenen "Gratulation, Sachsenrekord". Elses Weite kam etwas zu spät, denn Heß hat für den Team-Wettkampf neben Hannawald und Schmitt schon Michael Uhrmann (Rastbüchl) und Hansjörg Jäkle (Schonach) nominiert.

Hannawalds Ski mit größerer Tragfläche soll verboten werden. "Ich habe kein Problem damit, dass neue Regeln kommen und die Ski verboten werden sollen. Ich hatte auch schon vorher Erfolge", sagte der 25-Jährige. Der Weltverband FIS will in Planica mit den Skifirmen über ein mögliches Verbot sprechen. (sid, dpa)

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